FAQ: Urheberrechte auf YouTube, Instagram & Co.

Die sozialen Netzwerke leben von den Filmen, Bildern und Beiträgen ihrer Nutzer. Aus urheberrechtlicher Sicht haben die Nutzer der jeweiligen Plattformen, egal ob Influencer, Unternehmer oder Privatperson jedoch einiges zu beachten. Denn Verstöße können mit teuren Abmahnungen enden.

 

von Rechtsanwältin Anna Rehfeldt, LL.M.


1. Was darf man bei YouTube, Instagram & Co. überhaupt hochladen?

Die einzelnen Plattformen lassen unterschiedliche Formen von Beiträgen zu. Bei YouTube sind es Videos, bei Instagram vorranging Bilder, wobei auch hier kurze Videosequenzen möglich sind und bei Pinterest sind es primär ebenfalls Bilder, die man hochladen kann. Bei der Frage ob man die jeweiligen Videos und Bilder aus urheberrechtlicher Sicht hochladen darf kommt es maßgeblich darauf an, wer an den jeweiligen Beiträgen die Rechte hat. Wurde das Bild selbst aufgenommen und der Film selbst gedreht, hat man hieran grundsätzlich auch die ausschließlichen Rechte.

 

Achtung: Sowohl das Erstellen als auch das Hochladen der Bilder bzw. Videos müssen als jeweilige Verwertungsform gesondert legitimiert sein.

 

Sind in dem Video oder auf dem Bild hingegen eine andere Person oder ein anderes urheberrechtlich geschütztes Werk eindeutig zu erkennen, sind diese Rechte vorab abzuklären.

 

Praxistipp: Das Abfilmen und hochladen von Fernsehsendungen, Spiel- oder Dokumentarfilmen, Serien und dergleichen sind urheberrechtlich grundsätzlich unzulässig. Das gilt in der Regel auch für kurze Sequenzen bspw. via Instagram-Boomerang.

 

2. Was gilt, wenn fremde Personen in meinem Video/ Bild erkennbar sind?

Sind in dem eigenen Video oder auf dem eigenen Bild fremde Personen eindeutig erkennbar, ist deren sogenanntes allgemeines Persönlichkeitsrecht zu beachten. Wer also andere Personen erkennbar abfilmt oder fotografiert und dies anschließend bei YouTube oder Instagram hochlädt, muss grundsätzlich auch das Einverständnis der jeweiligen Person für beide Vorgänge haben.

 

Achtung: Eine Ausnahme besteht jedoch dann, wenn die Person lediglich als Beiwerk in dem Video oder auf dem Bild erscheint. In diesen Fällen ist das Einverständnis im Regelfall nicht erforderlich. Wann von einem Beiwerk auszugehen ist, ist jedoch einzelfallabhängig und kann nicht pauschal beantwortet werden.

 

3. Was gilt für Werke, die sich nur im Hintergrund befinden?

Tauchen andere Werke (z.B. Bilder, Plakate, TV-Ausschnitte) lediglich im Hintergrund des eigenen Videos oder des eigenen Bildes auf, sind diese als bloßes Beiwerk urheberrechtlich in der Regel unbeachtlich. Das heißt, ist z.B. das Bild im Hintergrund austauschbar und keinen Einfluss auf das eigene Bild, muss man in der Regel keine Erlaubnis für die Veröffentlichung des Hintergrundbildes einholen.

 

4. Was gilt für Hintergrundmusik in Videos?

Wird beispielsweise ein Homeworkout aufgezeichnet und läuft im Hintergrund Musik, müssen die an dem jeweiligen Musikstück bestehenden Rechte beachtet werden. Denn die Hintergrundmusik ist im Regelfall urheberrechtlich geschützt, sodass man für die Veröffentlichung die entsprechenden Rechte braucht.

 

Praxistipp: Es gibt auch Musikstücke die mit einer „Creative Common“ Lizenz zur Verfügung gestellt werden. Unter Beachtung dieser Lizenzbedingungen kann man die Musik dann entsprechend in seinem Video nutzen. Wer in seiner Story bei Instagram oder Facebook beispielsweise die Musikfunktion nutzt, kann davon ausgehen, dass die Plattformen die Lizenzen hierfür innehaben.

 

5. Dürfen Konzerte oder Theateraufführungen gefilmt und anschließend hochgeladen werden?

Bei dieser Frage kommt es darauf an, was der Veranstalter in seinen AGB geregelt hat (Stichwort: Hausrecht). Im Regelfall sind das Aufzeichnen und Veröffentlichen von Konzerten oder sonstigen Veranstaltungen (z.B. Theater, Kabarett, Comedy-Shows etc.) meist untersagt. Wer hiergegen verstößt kann kostenpflichtig abgemahnt werden.

 

6. Darf man fremde Inhalte in eigene Videos oder Bilder einbinden?

Die Frage ist dann mit ja zu beantworten, wenn die Voraussetzungen des Zitatrechts nach § 51 Urhebergesetz (UrhG) vorliegen. Demnach kann es zulässig sein, fremde Inhalte teilweise in eigene Videos oder Bilder aufzunehmen, wenn

  1. der fremde Inhalt (z.B. das fremde Video oder Bild) selbst legal veröffentlicht wurde, das heißt insbesondere keine Raubkopie darstellt,
  2. das eigene Video/ Bild (in dem der fremde Inhalt enthalten ist) eine eigene Leistung darstellt. Das heißt es ist unzulässig, fremde Inhalte lediglich aneinander zu reihen, ohne selbst etwas zu erschaffen und
  3. der Zitatzweck erreicht wird. Das heißt, das eigene Video muss einen eigenständigen Zweck/ eine eigenständige Aussage habe, die durch den fremden Inhalt lediglich belegt wird.

 

Praxistipp: Neben dem „kleinen Zitatrecht“ gemäß § 51 UrhG gibt es auch noch das sogenannte „große Zitatrecht“ wonach die vollständige Wiedergabe eines Werkes in eng begrenzten Ausnahmefällen auch ohne Zustimmung möglich sein kann.

 

Fazit

Die Urheberrechte in sozialen Netzwerken wie YouTube, Instagram, Pinterest & Co. sind umfassend und nicht zu unterschätzen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich vorab informieren und sich erkundigen. Das Argument „Das machen die anderen doch auch“ ist übrigens keine urheberrechtliche Legitimation

 

Anna Rehfeldt, LL.M.

Rechtsanwältin

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