Influencer als Werbemittel: Wie auch Start Up`s hiervon profitieren können + gratis Download

Onlinemarketing und Social Media haben die Werbelandschaft in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Wer als Unternehmen seine Sichtbarkeit erhöhen, gezielt Kunden ansprechen und somit erfolgreich am Markt bestehen will, kommt um eine einprägsame Onlinepräsenz und um eine Marketingstrategie nicht herum. Ein Werbemittel kann hierbei die Werbung durch Influencer sein. Allerdings schrecken gerade Start Up`s, Soloselbstständige und kleinere Unternehmen von dieser Möglichkeit oftmals zurück. Wie kann man aber auch als Start Up, Selbständige(r) oder als kleines Unternehmen dieses Tool für sich nutzen? Der 5-Schritte-Plan verräts.

 

von Rechtsanwältin Anna Rehfeldt, LL.M


Hintergrund

Wer sich mit seinem Unternehmen auf dem Markt erfolgreich etablieren und sich von der Konkurrenz abheben will, kommt um einprägsame und zugleich authentische Werbung nicht herum.

 

Ein Werbetool in diesem Sinn sind etwa Weiterempfehlungen, sei es durch das direkte Feedback der Kunden in Form von Bewertungen und Produktrezensionen oder aber durch die Weiterempfehlung durch Dritte wie zum Beispiel Influencern.

 

Welchen Vorteil bietet Influencermarketing gegenüber anderen Werbemitteln?

 

Ein wesentlicher Vorteil beim Influencermarketing ist (je nach Influencer) dessen Glaubwürdigkeit und Authentizität bei seiner Community. Ein weiterer Vorteil ist zudem der geringe Streuverlust, da man gezielt die Zielgruppe ansprechen kann, für die die eigenen Leistungen gemacht sind.

 

Warum sollten Start Up`s, Selbstständige und kleinere Unternehmen Influencer als Werbemittel nutzen?

 

Das Influencermarketing ist in der Vergangenheit durch diverse Rechtsstreitigkeiten in Verruf gekommen. Hierbei ging es im Kern um den Vorwurf von Schleichwerbung oder die fehlende Werbekennzeichnung, was sich auch auf den Ruf und die Reputation des Unternehmens auswirken kann, für das der Influencer wirbt.

 

Praxistipp: Weitere Infos zum Thema Schleichwerbung sind in meinen Beiträgen "Werbung durch Influencer: Liegt Schleichwerbung auch ohne Gegenleistung vor?" und "Schleichwerbung in sozialen Medien - Wie und wo muss auf Werbung hingewiesen werden?"

 

Welche Vorteile kann Influencermarketing für Start Up`s, Soloselbstständige und kleinere Unternehmen nun aber bieten? Das können beispielsweise sein:

  1. große Reichweite des Influencers kann für sich genutzt werden;
  2. Influencermarketing kann auch bereits mit geringem Budget möglich sein;
  3. verschiedene Social Media-Kanäle des Influencers lassen unterschiedliche Werbeformen zu;
  4. wenig Streuverlust durch gezielte Ansprache der Zielgruppe;
  5. Vertrauen und Authentizität des Influencers können genutzt werden;
  6. Empfehlungen des Influencers können die Kaufkraft seiner Community erhöhen;
  7. Influencer kreieren die Inhalten im Regelfall selbst und können somit zu einer Arbeitserleichterung führen;
  8. Adblocker können Influencermarketing nicht ausschalten (...).

 

Sowohl das Ziel der Marketingkampagne als auch das Budget sollten vorab bestimmt werden, um für sich auch tatsächlich einen Mehrwert aus der Marketingkampagne herauszuholen.

 

Der 5-Schritte-Plan für eine Marketingkampagne mit Influencern (gratis Download am Ende)

 

Wie geht man nun aber praktisch vor, wenn man auf das Werbemittel Influencer zurückgreifen will. In der Praxis haben sich die folgenden 5-Schritte bewährt:

 

1. Ziele definieren und planen

Der erste Schritt einer jeden Marketingkampagne sollte sein, die Ziele klar zu definieren. Was und wen will ich mit der Kampagne erreichen? Je nachdem ob ich als Start Up, Selbständiger oder als (großes oder kleines) Unternehmen agiere, können die Ziele stark variieren.

 

Beispiele: Ziel kann es etwa sein die eigene Marke und/ oder das eigene Image aufzubauen. Ziel kann aber auch sein, ein bestimmtes Produkt hervorzuheben oder ein Release anzukündigen. Möglich sind aber auch allgemeine Ziele wie die Steigerung des Vertrauens bei den Kunden, die Suchmaschinenoptimierung und/ oder ein Linkbuilding etc.

 

Die Zieldefinition ist deshalb von besonderer Bedeutung, da hiervon sowohl die Wahl der Social Media Plattform als auch die Wahl des Influencers abhängt. Wer sich z.B. die Suchmaschinenoptimierung als Ziel setzt, dürfte mit dem Einsatz eines Bloggers höhere Erfolgschancen haben als beim Einsatz eines Influencers auf Instagram.

 

Praxistipp: Bei der Planung sind neben der Zieldefinition immer auch die Budgetfragen zu klären.

 

2. Influencer suchen und finden

Sind die Ziele definiert, das Budget bestimmt und der strategische Rahmen abgesteckt, ist sodann der entsprechende Influencer zu suchen. Gerade für Start Up`s stellt sich die Suche aber häufig als schwierig dar, da die „großen Influencer“ oftmals das Budget übersteigen und/ oder die gewünschte Zielgruppe nicht ansprechen.

 

Praxistipp: Bei der Suche kann man (1) zunächst auf das nahe Umfeld schauen. Gibt es an meinem Standort Personen, die zu meiner Leistung passen? Sollte dies nicht der Fall sein, kann (2) die Suche über passende Hashtags („#“) auf den jeweiligen Plattformen hilfreich sein. Last but not least gibt es (3) mittlerweile auch Werbeagenturen, die sich auf die Vermittlung spezialisiert haben.

 

3. Influencer-Vertrag

Wurde der passende Influencer gefunden, sind die Detailfragen (z.B. Gegenstand der Kampagne, Reichweite, Interaktionen, Haftung, Werbekennzeichnung, Produktplatzierungen etc.) zu klären und vertraglich festzuhalten. Aus juristischer Sicht empfiehlt es sich, die Fragen schriftlich in einem Vertrag aufzunehmen. Es empfielht sich zudem immer auch ein detaillierte Briefing durchzuführen und die Inhalte des Briefings als Vertragsbestandteil mit aufzunehmen.

 

Praxistipp: In meinem Blog-Beitrag nächsten Mittwoch (01.07.2020) gehen ich auf die wichtigsten (juristischen) Fragen bei einem Influencervertrag genau ein.

 

4. Umsetzung der Influencerkampagne

Nach verbindlicher Unterzeichnung des Influencervertrages geht es im vierten Schritt an die Umsetzung der Influencerkampagne gemäß den vertraglichen Vereinbarungen.

 

5. Auswertung und Kontrolle

Während und auch am Ende der Kampagne sollten Reportings erfolgen. Wie ist die Interaktion? Wie viele Nutzer spricht der Influencer an? Wie viele Likes, Kommentare, Klicks etc. gab es? Wie oft kam ein Nutzer über den Influencer auf die eigene Webseite? etc.

 

Die Auswertung und Kontrolle sollte je nach Umfang der Kampagne entweder nach Abschluss oder auch bereits im Laufe der Kampagne erfolgen, um Anpassungen und Nachjustierungen rechtzeitig vornehmen zu können.

 

Am Ende sollte dann in jedem Fall die Gesamtauswertung stehen, sodass man entscheiden kann (a) ob eine längerfristige Zusammenarbeit mit dem Influencer lohnenswert sein kann und (b) welche Erfahrungen und Lehren man aus der Kampagne für sich mitnehmen und in der Zukunft nutzen kann.

 

Fazit

Das Influencermarketing kann gerade für Start Up`s, Soloselbstständige und kleinere Unternehmen ein geeignetes Werbemittel sein, um eine hohe Reichweite mit wenig Aufwand zu erreichen und somit hohe Umsätze zu generieren. Neben Content-Marketing und qualitativ (sehr) guten Leistungen, sollte diese Werbemöglichkeit im Hinblick auf das Social Media Verhalten in Zukunft noch mehr in den Fokus für ein erfolgreiches Marketing rücken.

 

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Anna Rehfeldt, LL.M.

Rechtsanwältin und externe Datenschutzbeauftragte


Gratis 5-Schritte-Plan zum Influencermarketing

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