Spezial: Preiswerbung im Pkw-Handel

Die Preisschlacht um Schnäppchen macht auch im Pkw-Handel keinen Halt. Was aber müssen Händler bei der Werbung beachten? Und welche Angaben sind zwingend einzuhalten?

Bei der Preiswerbung bei Neufahrzeugen stellen sich eine Vielzahl praktischer Probleme. Oftmals können die angegebenen Preise tatsächlich nicht realisiert werden. So können zum Beispiel Überführungskosten den Endpreis noch erhöhen, ohne dass das stets auch gleich aus der Werbung hervorgeht. Auch hier können kostenpflichtige Abmahnung drohen!


Problem 1: unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers

Oftmals wird dem Verkaufspreis die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers gegenüber gestellt. Dies ist solange zulässig, wie eine solche Empfehlung tatsächlich gegeben ist. Des Weiteren muss aus dem Vergleich auch eindeutig hervorgehen, dass die Preisempfehlung unverbindlich ist. Hierbei genügt nach der Rechtsprechung des BGH auch der Hinweis durch die Abkürzung „UVP“.

Die Preisempfehlung muss zudem zum Zeitpunkt des Vergleichs auch noch aktuell sein und darf vom Hersteller nicht willkürlich festgelegt sein („Mondpreise“). Ist das beworbenen Modell ein Auslaufmodell und ist somit die Herstellerangabe veraltet muss dies eindeutig aus der Werbung hervorgehen!

Achtung! Bei Re-Importen und EU-Fahrzeugen darf bei einem Verkauf in Deutschland grundsätzlich kein Vergleich mit „UVP“ des ausländischen Herstellers geworben werden


Problem 2: Überführungskosten

Bei der Preiswerbung gegenüber Verbrauchern sind die Angaben der PreisAngVO zwingend zu beachten. Demnach ist der Endpreis in der Werbung anzugeben, also der Grundpreis des Fahrzeugs + Umsatzsteuer + sonstige Preisbestandteile (inkl. Überführungskosten!)

Praxistipp: Sollte der Endpreis nicht schon konkret berechnet angegeben sein, sind die Überführungskosten genau zu beziffern! Gleichwohl besteht trotzdem ein Abmahnrisiko. Auf der sicheren Seite ist man, wenn man den Endpreis einschließlich der Überführungskosten angibt.

Achtung! Bei der Werbung von Neufahrzeugen im Onlinehandel müssen in den Endpreis die Überführungskosten bereits zwingend enthalten sein! Da ansonsten eine Verfälschung bei Preissuchmaschinen droht.


Problem 3: Neupreise beim Gebrauchtwagenhandel

Wettbewerbswidrig ist die Gegenüberstellung von Neupreisen eines Pkw beim Verkauf von Gebrauchtwagen ohne erläuternde Hinweise. Der Kunde kann aus dem Neupreis in der Rgel nicht erkennen, worauf sich dieser bezieht. Aktueller oder ehemalige Preisempfehlung des Herstellers? Aktueller Verkaufspreis des Händlers?
Eine Gegenüberstellung kann nur dann erfolgen, wenn aus der Werbung eindeutig hervorgeht, worauf sich der Neupreis bezieht!


Problem 4: Sternchenwerbung

Häufig werden zum eigentlichen Kauf auch zusätzliche Leistungen angeboten. Hierzu zählen insbesondere Garantie- und Serviceleistungen, besondere Rabatte oder sonstige besondere Konditionen bspw. zur Finanzierung etc. Diese Leistungen werden in der Regel zugleich von bestimmten Voraussetzungen abhängig gemacht (zeitliche Begrenzung, Begrenzung auf bestimmte Modelle, Inzahlungnahme des Altfahrzeugs etc.)

Die Erläuterungen erfolgen meist durch Sternchenhinweise. Zu beachten ist hierbei, dass in den Erläuterungen nicht das zuvor beworbenen Angebot widerlegt werden darf. Es darf also nicht das ausgeschlossen werden, was zuvor besonders hervorgehoben wurde. Lediglich Erklärungen oder geringe Einschränkungen sind möglich.


Bsp.: Der besonders betonte Rabatt wird durch ein Sternchenhinweis eingeschränkt. Diese Einschränkung ist räumlich getrennt vom eigentlichen Angebot und optisch auch verkleinert.

Lösung: Diese Einschränkung ist solange (wettbewerbsrechtlich) zulässig, wie dem Verbraucher gleichwohl alle Voraussetzungen klar und eindeutig kenntlich gemacht werden. Ist der Hinweis aber derart klein bzw. räumlich vom eigentlichen Angebot derart entfernt, so liegt eine Irreführung und somit ein Wettbewerbsverstoß vor. Es ist zum Beispiel nicht zulässig, Erklärungen in einem Fließtext, ohne Absatz und Punkt und Komma aufzunehmen.


Praxistipp: Bei der Werbung mit Sternchenhinweisen sollten Verkäufer zum einen darauf achten hierin nicht das zu widerlegen, was zuvor beworben wurde. Nur Konkretisierungen und geringe Einschränkungen sind zulässig.

Zum anderen sollte der Hinweis räumlich und optisch in engem Zusammenhang zur eigentlichen Werbung stehen. Der Hinweis muss klar und eindeutig sein.


Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung!

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